Wie diese Woche im Postillion zu lesen war, ist mit großer Freude aller Beteiligten, die neue Zufahrt zum Gelände der ehemaligen Möbelfirma Bergmann freigegeben worden. Zum Pressetermin gaben sich die Verwalter Michael und Saskia Vehmeier, Bürgermeister Christian Liebrecht, Insolvenzverwalter Dr. Hendrik Heerma und die Herrn Stahl und Brinkmann von der Sparkasse die Ehre.
Durch die neue Zufahrt soll das Gelände für potentielle Pächter noch attraktiver gemacht werden. An die umliegenden Bewohner wird dabei wie immer nicht gedacht. Ich erinnere mich an einen Fall von Lärmbelästigung vor ziemlich genau einem Jahr. Aufgrund der undurchsichtigen Verhältnisse (Welche Firmen arbeiten hier? Wer ist Eigentümer, etc.) habe ich mich direkt an den Insolvenzverwalter gewendet. Auf meine E-Mail habe ich nicht einmal eine Antwort erhalten. Aber für ein Pressefoto kommt man gerne mal aus Hamburg vorbei.
Überall entstehen neue Gewerbegebiete weit außerhalb der Ortschaften, damit Anwohner möglichst nicht belästigt werden. Aber hier erhält man ein baufälliges Gelände künstlich am Leben, das ringsum von Wohnhäuser umgeben ist. So ist das, liebe Herren der Sparkasse. Wenn man viel Geld in den Sand gesetzt hat, tut man eben alles um den Verlust zu minimieren. Dabei werden dann schnell die sanierungsbedürftigen Gebäude vergessen.
Ich denke da sofort an eine uralte Weisheit der Dakota-Indiana:
„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”
Aber was verstehen Indiana schon von Pferden…
Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”
Hört sich doch so simpel an, oder? Aber statt vom toten Pferd abzusteigen wurden in unserem beruflichen Leben viele Methoden und Strategien – zum Teil bis zur Perfektion – entwickelt, um dem Unausweichlichen doch ausweichen zu können. Kommt Dir die eine oder andere der folgenden Strategien vielleicht bekannt vor?
- Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
- Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
- Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
- Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
- Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
- Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
- Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
- Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
- Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
- Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
- Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
- Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
- Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
- Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
- Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
- Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
- Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
- Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
- Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
- Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.
Quelle: [leider unbekannt]






Kleiner Typo im Satz
“Aber für ein Pressefoto kommt mal gerne mal aus Hamburg vorbei.” … Frei nach Hans Rosenthal “Ein ‘mal’ war doppelt, das ziehen wir ab!”.
Ich muss zugeben, auf das alte Bergmann Gelände bin ich schon seit Jahren nicht mehr gegangen. Aber wenn man da jetzt auch als Otto Normalsterblicher drauf kann, werde ich mich das bei Gelegenheit mal anschauen.
Niemand wird gezwungen, in einem Gewerbe- bzw. Mischgebiet zu wohnen. Wer sich durch Lärm oder andere Emissionen belästigt fühlt ist dann wohl selbst schuld.
Hallo N’Golo,
mit dem kleinen Unterschied, dass man Imobilien in der Regel nicht wie seine Hemden wechselt, und sich die umliegenden Gegebenheiten im Laufe der Jahre ändern.